von Ute Jensen
Gerade so wie einst das Jamaika Bob Team zur Winterolympiade, machten sich am 6. Mai 2006 sieben unerschrockene Schlickteufel und ein furchtloser Fan zum 3. internationalen Bier und Brezen Unterwasserhockeyturnier in München auf.
Im Gepäck Schlafsäcke, Isomatten, belegte Brote, ein ausgedrucktes Regelwerk in englisch und eine Menge Equipment für das bevorstehende Turnier. Nach einem entspannten Flug frühmorgens um 6.00 Uhr und einer beschaulichen Fahrt mit S-bahn und Bus, erreichten wir pünktlich um 9:30 das Olympiaschwimmbad. Nordlichter sind so.

Von den erwarteten 8 Mannschaften traten 5 an:


Ein Spieler der Münchner Herren erklärte in Kürze die Regeln und die Schiedsrichterzeichen.
Das war auch gut so, denn erstens hatte Manfred ja die Regeln ausgedruckt, aber nicht gelesen und zweitens sollte das erste Spiel gleich gegen die Münchner Herrenmannschaft losgehen.
Sven, Lars, Manfred, Alexander, Melanie, Martin und Uwe zeigten sich schon während des Einschwimmens schwer beeindruckt von den Gegnern. Die Münchner trainieren bis zu 3x wöchentlich in dem 3,80 tiefen Becken und waren natürlich dementsprechend fit im Umgang mit Schläger und Puck.
Zum Glück wurden die Schlickteufel von den deutschen Nationalspielern Jan Carmanns , Alexander Möller und Claudia Schmidt unterstützt.
Schon ging es los. Nach 5 Minuten stand es 5:0 für die Münchner, die einfach um Klassen besser spielten. Das war aber nicht alles.
Sven wurde im Spiel die Nase blutig geschlagen und er musste den Rest des Spiels mit Coolpack im Nacken am Beckenrand zusehen.
Jan verlor eine seiner Contactlinsen, fand sie aber zum Glück in der Taucherbrille wieder.
Manfred bekam einen Schläger auf die Hand gebrettert und auch er musste mit Eispacks versorgt werden. In der zweiten Halbzeit verlief das Spiel entspannter. Die Münchner nahmen sich etwas zurück und so endete das erste Match ohne weitere Verletzungen 12 : 0 für die Gastgeber. Nach einer Pause von 2 Spielen mussten unsere tapferen Recken wieder ran. Gegen Budapest verlief das Spiel ähnlich wie das erste. Die Ungarn spielten unglaublich schnell und hart. Uwe war ziemlich sauer, daß die Budapester so um sich hauten. Nach einem Gespräch mit den Schiris nahmen auch die Ungarn etwas Gas weg, gewannen aber dennoch mit 15:0 Toren.

In der Pause wurden taktische Feinheiten und Spielzüge erörtert. Jan und Alex motivierten die Schlickteufel, denn das 3. Spiel gegen die Münchner Damen stand an.
Endlich gab es auch für mich, den Fanclub, Grund zum Jubeln. Die Schlickteufel gewannen dieses Spiel 5:0, Torschützen waren Lars, Uwe und Jan.
Das letzte Spiel gegen die französische Mannschaft verlief sehr fair und die Teufel konnten sogar ein Ehrentor erzielen. Während dieses Spiels ging nicht nur die Unterwasserhupe kaputt, auch Manfred erwischte es kurz vor Schluss nochmal ordentlich. Nach einem Schlag auf den Kopf ging es ihm schlecht, und er musste das Spiel abbrechen.
Diese letzte Partie endete 8:1 für die Straßburger.

Nachdem nun das Turnier früher als geplant beendet war, bezogen wir unser Quartier. Eine Fechthalle sollte für die Nacht als Obdach dienen. Am liebsten hätten sich alle schon um 18.00 Uhr aufs Ohr gehauen, aber die Aussicht auf eine Unterwasserhockeyparty war doch zu verlockend.
Mitten im verwinkelten Olympiadorf, in der .Bierstubn. trafen sich Spieler und Fans zur Bier und Brezn Party. Die Schlickteufel bekamen als neue deutsche Mannschaft eine Pulle Sekt, die natürlich schnell leer war. Alle aus unserer Trümmertruppe blieben noch lange wach und hatten einen Mordsspaß.
Mel wollte eigentlich die 24 Stunden Wachphase voll bekommen, schaffte es aber nicht ganz.
Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht auf hartem Hallenboden begann am nächsten Morgen um 7.30 die Rücktour. Im Bus mussten wir . sehr zur Freude der Busfahrerin - 34 Euro in Münzen zusammen bekommen, um die beiden Gruppentickets bezahlen zu können. Lars war fast die ganze Fahrt damit beschäftigt, Geld in den winzigen Ticketautomaten zu werfen.

Auf dem Flughafen erfreuten wir uns an überteuertem Kaffee und pappigen Brötchen, um dann um 10.00 Uhr bei herrlichem Wetter den Rückflug anzutreten. Wir waren aber nicht die einzigen Promis an Bord. Hardy Krüger jr. (falls ihn jemand kennt) reiste mit uns.
So gingen 2 ereignisreiche Tage zu Ende und wir waren uns einig:
Das war zwar das erste, aber sicher nicht das letzte Unterwasserhockeyturnier für die Schlickteufel.


Ute Jensen